Die Band im Schaufenster, Rich Webb auf dem Gallusmarkt in Wetzlar

Die Band im Schaufenster, Rich Webb auf dem Gallusmarkt in Wetzlar

Eine Frage vorweg: Welches Lied geht Euch gerade nicht aus dem Kopf?

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie dieser Blogbeitrag beginnen soll. Denn die Aussagen von Rich Webb im Interview waren fast zu inspirierend, um daraus einen einfachen objektiven Artikel – vielleicht sogar einen Nachbericht – zu schreiben. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, eine ganz andere Form zu wählen. Es soll eher eine Reflexion werden, ein Gedankenanstoß; eventuell ließe es sich plump „Kolumne“ nennen.

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Rich Webb und seine Band-Kollegen David (Schlagzeug), Phil (Gitarre) und George (Bass) sind in den vergangenen beiden Wochen durch Deutschland getourt. Schon zum sechsten Mal haben die Jungs ihr großes „Meet und Make Music“ in Deutschland abgehalten. Denn: Frontmann Rich Webb lebt in Melbourne – also, eigentlich am anderen Ende der Welt – während seine drei Bandkollegen in England zu Hause sind. Wie sie dann proben? Zwei Tage vor Tour-Beginn. Dann geht es ab in den roten Bus, von London in Richtung Deutschland. Der Plan für die vergangenen zwei Wochen war straff: Zahlreiche Konzerte in ganz Deutschland und zweieinhalb Tage im Tonstudio, um Songs für das neue Album aufzunehmen.

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Wenn Schaufenster-Puppen lebendig werden

Wir haben Rich und seine Jungs auf dem Gallusmarkt in Wetzlar getroffen. In der Goethestadt hat die Band in ihrer wohl ungewöhnlichsten Kulisse gespielt: Im Schaufenster des „Wetzlarer Esel“. Ein Blickfang für das Publikum – oder wie würdet Ihr reagieren, wenn Ihr nichtsahnend durch eine unscheinbare Straße geht, von irgendwo tönt Musik und bei einem Blick nach rechts bzw. links entdeckt Ihr die Band im Schaufenster?

„Ich liebe die Freundlichkeit und Offenheit des deutschen Publikums. „Jedes Mal“, sagt er. „Im Musik-Business bin ich seit 25 Jahren. Nicht hauptberuflich. Es ist vielmehr etwas fürs Herz. Die Musik macht mich glücklich!“ Rich textet eigentlich Inhalte für Websites, komponiert Melodien für Imagefilme und schreibt Beiträge für Musikmagazine.„Die Sache ist die: Dinge, die Geld bringen, machen selten bis gar keinen Spaß“, erzählt Rich. „Musik ist für mich ein Ausgleich für all den Alltagskram, der gemacht werden muss. Sie erfüllt mein Herz mit Freude; es ist das, was mir Spaß macht, auch wenn ich davon nicht reich werde.“

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Tiefen, die lebendig machen

Und es war genau dieser Satz, der das Interview mit diesem Musiker so inspirierend werden ließ. Wir alle gehen mit Alltagslasten durchs Leben, sehen Dinge gern negativer als sie sind, verachten vielleicht im tiefsten Inneren eigentlich den Job, mit dem wir unsere Rechnungen zahlen. Dabei ist es eigentlich der nötige Gegenpart, um die Momente des Glücks überhaupt schätzen zu lernen.

Richs Musik erzählt von der schönen Welt, vom Glücklich sein und von Dankbarkeit – Dankbarkeit für dieses eine Leben, das wir haben, und das wir mit allen Höhen und Tiefen in vollen Zügen genießen sollten. Denn nur darauf kommt es an. Es sind die Tiefen, die die Zeit lebendig machen und zu neuen Höhen animieren. Sie erzählt davon, was uns eigentlich täglich bewusst sein sollte: Wir haben nur diese eine Chance, dieses eine Leben – und zwar jetzt in diesem Moment. Den sollten wir nutzen, um den Weg des Schönen und Glücks zu ebnen.

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Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Musik berührt jeden Einzelnen von uns im tiefsten Inneren. Sie spiegelt unser Empfinden. Sie ist die Titelmelodie unseres Alltagsfilms. Sie schenkt Hoffnung. Sie tröstet. Sie stärkt. Manchmal ist es nur eine Melodie, manchmal ist es eine einzelne Zeile und manchmal ist es die gesamte Aussage des Songs. Zu welcher Antwort kommt Ihr?

Mehr Infos über Rich Webb findet Ihr auf seiner Homepage oder natürlich auch auf Facebook.

Gabriela



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