Ein Banküberfall mit Bassdrums und Megafon

Ein Banküberfall mit Bassdrums und Megafon

Ein Banküberfall mit Bassdrums und Megafon:
Hamburger Band Lidenbrock färbt grauen Alltag mit Spontankonzert

Gehen sechs Kerls mit Snare, Tom, Bassdrum, Megafon, Bass und Gitarre in eine Bankfiliale. Und spielen los.

Ein Song, eine Message: An einem grauen Herbsttag mit einer außergewöhnlichen Aktion ein Lächeln in das Gesicht der Mitmenschen zaubern. Wer sind eigentlich diese vermeintlich Verrückten? Jedenfalls mehr als ein Grund für Nordhessin, sich in den Zug zu setzen und der Sache auf den Grund zu gehen. Ausgespuckt hat uns die Bahn in der Perle – in Hamburg. Dort treffen wir Julius Trautvetter, den Mann mit Megafon, Frontmann der Band „Lidenbrock“ und Inhaber der 106HZ Studios.

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Nicht noch ein Liebeslied

Wer beim Namen „Lidenbrock“ direkt an den Protagonisten aus dem Jules Verne Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ denkt, liegt nicht ganz falsch. „Wir fanden das ganz passend. Denn unsere Musik ist auch eine Reise – vielleicht zu einem Mittelpunkt“, sagt Julius. Lange hätten die Jungs nach dem passenden Sound gesucht – bis daraus eine Mischung aus elektronischen und organischen Beats wurde. Dazu ein Text, der gesellschaftliche Missstände beschreibt aus einer individuellen Sicht. „Klar, gibt es auch die Lieder, die einfach von Herzschmerz und Liebe handeln. Ich denke jedoch immer: Bitte nicht noch ein Liebeslied – das kann jeder“, sagt der 27-jährige Musiker.


Das etwas andere Konzert

Aber was hatte es denn nun eigentlich mit dem „Banküberfall“ auf sich? „Wir nehmen zusammen mit dem Tanzverein Lukulule e.V. an einem Crowdfunding-Projekt teil“, erklärt Julius. „Mit unserer Aktion wollten wir einerseits einfach mal aus dem Alltag ausbrechen und andererseits natürlich aufmerksam machen auf uns.“ Der Erlös werde geteilt: Ein Teil fließe direkt in die Vereinskasse von Lukulule e. V., der Rest solle das Equipment für den Video-Dreh zur ersten Single aus dem kommenden Album finanzieren. „Wir arbeiten seit etwa drei Jahren an unserem ersten Album. Die Veröffentlichung ist für Frühjahr 2017 geplant“, sagt Julius. „Ein Stück zu weit“ heißt der erste Song, der ausgekoppelt werden soll. „Es geht darin um einen alten Mann, der täglich dasselbe tut, dessen Welt immer kleiner wird, der einsam ist, sich kaum noch raus traut“, erzählt der Musiker. In der Gesellschaft ließe sich dieses Phänomen oft beobachten – nicht nur bei älteren Mitmenschen. „Im Video wollen wir dieses Missverständnis tänzerisch zeigen. Im Prinzip sollten Tänzer sich verstehen, denn sie tun ja alle dasselbe. Aber Ballett, Modern Dance oder Hip Hop sprechen nun mal doch alle eine andere Sprache und missverstehen sich dadurch“, sagt Julius, der seit 2013 in Hamburg lebt.

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Den gebürtigen Eisenacher zog es jedoch nicht sofort in die Stadt an der Alster. Zuvor machte er Halt in Weimar. „Ich habe dort Jazz-Klavier studiert. Es zog mich dann aber in eine Stadt, die etwas mit mir macht – ohne, dass ich weiß, was es ist“, sagt Julius mit einem Lächeln. Das ermögliche ihm Hamburg. Dort lebe er von seiner größten Leidenschaft, der Musik. „Das ist nicht immer einfach. Als Künstler fragt man sich vermutlich öfter als andere: Wozu mache ich das eigentlich und interessiert das überhaupt jemanden? Aber ich kann mir andererseits auch nicht vorstellen, in irgendeiner Firma fest zu arbeiten“, erzählt der 27-Jährige. Manchmal wisse er nicht, wie es im nächsten Monat weiterginge, seine beiden Grundgedanken ließen ihn jedoch zuversichtlich weitermachen. „Ich habe gelernt, mir tief im Inneren zu vertrauen, dass am Ende alles gut wird; und ich habe eine Vision dafür, die mich leitet“, sagt Julius. Und die müsse immer da sein – ob vor dem ersten Beat, der ersten Liedzeile oder der ersten Videoaufnahme.

Mehr zum Crowdfunding-Projekt von Lidenbrock und Lukulule e. V. gibt’s HIER.

Eine Hörprobe der Band gibt’s HIER.

Lidenbrock im Netz: http://www.lidenbrock.de
Lidenbrock auf Facebook: https://www.facebook.com/Lidenbrockmusik/

Gabriela



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