Levitation-Mehl-Fotos

Levitation-Mehl-Fotos

Einfach mal machen

Die Sache mit der Fotografie ist ja die: Hat man einmal angefangen sich näher damit zu beschäftigen, will man irgendwann Sachen ausprobieren. Geht mir natürlich nicht anders. Fotos erzählen eine Geschichte, lassen Raum für Interpretation, sind manchmal einfach nur schön und das was man so im Internet alles sieht, will man auch mal testen.
Das was man als Betrachter oft nicht sieht? Wie viel Aufwand für ein einziges Bild betrieben wird. Bis zu dem Zeitpunkt, wo man etwas selbst versucht, ist das manchmal aber auch echt schwer einzuschätzen. Auf den fertigen Bildern, sieht alles ja immer so furchtbar einfach aus.

2 Fotoideen, die mir die letzten Monate immer mal im Internet über den Weg gelaufen sind, sind z.B. Fotos mit Mehl und Levitation.
Mehl:
Das Model oder ein Helfer wirft Mehl in die Luft/auf das Model und am Ende hat man ein Foto mit einem sehr coolen Effekt.

Levitation:
Das Model schwebt. Von alleine oder gezogen durch irgendeinen Gegenstand.

Soweit so gut. In der Theorie klang das alles machbar. Im Vergleich zu meinen bisherigen Fotoexperimenten brauchte ich hier aber auf jeden Fall noch eine helfende Hand. Die war schnell in Janina gefunden, mit der ich ja auch schon Fotos mit Pferd gemacht habe. Als Versuchskaninchen vor der Kamera war Gabriela dabei. Also auch die Sache mit dem Model war schnell geklärt. Da wir wussten, dass es – dank dem Mehl – eine kleine Sauerei geben wird, beschlossen wir die Fotos draußen zu machen. Ausgesucht haben wir uns dazu eine nicht mehr befahrene Straße. Vorteil: sieht cool aus und uns störte keiner.

I believe I can fly

Da wir für die Levitationsfotos gern eine saubere Straße wollten, ging es mit denen los. Gut an beiden Fotoideen ist, Ihr braucht nicht viel dazu, was ja durchaus ein entscheidender Vorteil ist, wenn man  die Fotos nicht bei sich zu Hause macht, sondern eben in die Pampa fährt.

Neben einer Janina braucht Ihr lediglich ein Stativ, ohne das geht es sicher irgendwie auch, ich würd´s Euch nicht empfehlen. Warum? Ihr braucht aus exakt der gleichen Position ein Bild ohne Model und eines mit. Nur so könnt Ihr im Nachhinein in Photoshop (geht sicher auch mit Gimp) die Schwebe-Illusion schaffen.

Als Zweites braucht Ihr noch das, was am Ende das Model schweben lässt. In meinem Fall sollte Gabriela durch einen Windstoß mit ihrem Regenschirm abheben und mit einem Ballon davon schweben.
Wir brauchten also eine Leiter, auf die Gabriela sich legen konnte, einen Regenschirm und einen Ballon. Die Leiter gab´s in unserer Garage, Gabriela brachte Ihren Regenschirm mit und den Ballon habe ich für 1 € im Tedi gekauft. Helium hatte ich noch zu Hause.

Und los ging es.

Ich baute mich mit Kamera und Stativ auf und machte erst mal das Foto ohne Model. Schritt 1 = check.

 

Weiter ging es dann mit der “Schirmidee”. Damit Gabriela sich möglichst weit nach hinten lehnen konnte, platzierte sich Janina auf der Erde und stützte sie mit der Hand ab. Das erleichtert das Zurücklehnen ungemein und das Model hält länger durch.

 

 

Bei der Sache mit dem Ballon mussten wir etwas mehr probieren. Es sollte ja so aussehen, als ob Gabriela mit dem Ballon mitgezogen wird. Da es aber relativ windstill war, schwebte unser Ballon ziemlich gerade nach oben. Funktioniert natürlich auch irgendwie, war aber nicht das was wir uns vorgestellt haben.

Die Lösung hieß auch hier wieder Janina. Die schnappte sich einfach den Ballon und zog in zu sich. Auf mein Kommando ließ Sie ihn los und der Ballon schwebte kurz parallel zum Boden.

 

Lass Sie schweben

Um Euer Model nun tatsächlich schweben zu lassen, braucht Ihr am Ende nichts weiter tun, als das Bild ohne Model und das Bild mit Model in Euer Grafikprogramm zu laden.
Ich benutze Photoshop, das geht sicher aber auch mit einem anderen Grafikprogramm, wichtig ist nur das Ihr Ebenen übereinanderlegen könnt.

Genau das macht Ihr nun nämlich. Legt das Bild mit dem Model auf das blanko Bild und gebt dem oberen Foto dann eine Ebenenmaske. Dadurch, dass Ihr ja ein Stativ verwendet habt, legen die Bilder 100 % passend aufeinander. Nun müsst Ihr einfach nur noch auf eurer Maske die Hilfsmittel weg malen. In meinem Fall “leider” Janina und natürlich die Leiter.

Und das ist mein Ergebnis.


Let´s make a mess

Das war also im Kasten. Zeit für “let´s make a mess” und raus mit dem Mehl. Ich sag mal so, gut, dass Mehl relativ günstig ist, denn macht Euch drauf gefasst einige kg zu verpulvern. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vorteil: Neben einem Mehlwerfer braucht Ihr nur noch Mehl. Ein Stativ ist hier nicht zwangsläufig nötig, hilft aber natürlich.

Ich habe mich und die Kamera übrigens in einen transparenten Regenponcho gewickelt, aus dem nur ein kleines Stück Objektiv rausschaute. Kann ich Euch auch nur zu raten, spart sehr viel putzen.

Versuch Nummer eins startete mit Janina als Mehlwerfer. Das war aber zu wenig Mehl und auf dem Foto sah man nur Nebel.

 

Versuch Nummer 2 war dann etwas zu viel Mehl und zu flächig geworfen. Wir haben schnell gemerkt, das möglichst kompakt und hart werfen am Besten ging.

 

 

An dieser Stelle sei noch gesagt: Mehl werfen sollte in Kursen angeboten werden, denn das ist gar nicht so einfach, wie es hinterher auf dem Bild aussieht. Wie viel Mehl nimmt man? Aus welchem Winkel schmeißt man? Mit wie viel Kraft schmeißt man? Unsere Mehlwerferin Janina hat an diesem Nachmittag so ziemlich alles ausprobiert. Am Ende durfte Gabriela dann auch noch selber ran und so flog ein Kilo nach dem anderen in die Luft. Wie die Straße am Ende aussah? Ich habe Euch da mal ein paar “Making off Fotos” gemacht. Frau Holle hätte Ihre Freude gehabt.

4 kg Mehl später sah die Straße und Gabriela dann schließlich so aus. Paniert wie ein Schnitzel, aber immer noch Spaß. Es hat übrigens am selben Tag noch geregnet und unsere Mehlorgie war wieder komplett fort.

Und das sind die Ergebnisse mit dem Mehl. In allen finalen Bildern hat Gabriela dann alleine das Mehl mit beiden Händen geworfen und das möglichst so, dass es nicht komplett vor Ihr Gesicht flog.


Mein Fazit? Sauerei machen macht Spaß und Sachen ausprobieren lohnt sich immer.

Ivonne



2 thoughts on “Levitation-Mehl-Fotos”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.